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Chronik

Chronik der Berufsschule Neunkirchen

1875:

An die Bürgerschule in Neunkirchen wurde eine „gewerbliche Fortbildungsschule“ angeschlossen. Durchgeführt wurden Vorbereitungskurse für die Gesellenprüfung in drei Klassen. Diese gewerbliche Fortbildungsschule war zwar eine Pflichtschule, dessen ungeachtet blieb der Schulbesuch damals sehr mäßig und konnte trotz Mahnung nur wenig gebessert werden. Das Schuljahr begann im Oktober und endete im Mai 1876, Leiter dieser ersten Berufsschule war Josef Eckhart. Die Unterrichtstage waren Montag und Mittwoch von 18 Uhr bis 20.30 Uhr. Der Fortbildungskurs wurde am Freitag von 18 Uhr bis 20 Uhr sowie an Sonntagen von 10 Uhr bis 12 Uhr durchgeführt.

1878 bis 1879:

Der Besuch der Fortbildungsschule hat sich wesentlich gebessert, der zuständige k.k. Landesschulinspektor war mit dem Besuch sehr zufrieden.

1882 bis 1883:

Nicht zufrieden war man aber mit den Leistungen, als nur 64% der Lehrlinge die Schule positiv abschließen konnten. Der Amtsschulrat von Neunkirchen beschaffte für den Buchhaltungsunterricht 15 Mappen und Bücher zur Anleitung des Buchführungsunterrichtes und stellte die erforderlichen Lehrbehelfe und Lernmittel bei.

1886 bis 1887:

Das Fachzeichnen an Hand von Zeichenmodellen wurde eingeführt. Am 29. Mai 1887 wurde die Ausstellung der Fortbildungsschule besonders gelobt. 1887 betrug der Schülerstand schon 111 Lehrlinge, der größte Teil von ihnen war „Metalldreher“ und sogar junge Taglöhner mussten einen Vorbereitungskurs besuchen.

1887 – 1888:

Das Schuljahr wurde am 2. September 1888 eröffnet. Die Fortbildungsschule bestand aus 2 Vorbereitungsklassen und einer Fortbildungsklasse. Der Leiter der Schule war Gustav Dittrich und die Lehrer waren Josef Malicek, Josef Oppelt und Otto Roscher.

1891 – 1892:

Um in der Klassifikation eine gewünschte Übereinstimmung zu erzielen, hatte das Unterrichtsministerium eine „Notenscala“ vorgeschrieben, die mit diesem Schuljahr zur Anwendung zu bringen war. Die durch „sittliches Wohlverhalten“ ausgezeichneten Lehrlinge wurden 1892 beispielsweise durch den „löblichen Ortsschulrat“ mit 35 fl belohnt.

1894:

Im Februar erfolgte eine erste Verfachlichung – probeweise wurde ein Fortbildungskurs für Lehrlinge und Gehilfen des Maurer- und Steinmetzgewerbes eröffnet. 26 Schüler nahmen an diesem Kurs teil.

1895:

Mangels geeigneter Räume konnten nicht alle schulpflichtigen Lehrlinge zum Schulbesuch angehalten werden.

1898:

Der „Hohe k.u.k.-Landesschulrat“ erteilte mit Erlass vom 25. August 1898, Zahl 8845, die Bewilligung, dass die gewerbliche Fortbildungsschule einen fachlichen Fortbildungskurs für Handelslehrlinge errichten darf.

1904 – 1805:

Einführung des „Normallehrplanes“ an der Berufsschule.

1907:

Der Gewerbliche Fortbildungsschulrat wurde neu geregelt – Die Höchstzahl der Schüler für einen Vorbereitungskurs wurde mit 60 und für einen Fortbildungskurs mit 45 festgelegt.

1909:

Es wurde wieder die Möglichkeit geschaffen, den Sonntagvormittag für den Unterricht stärker in Anspruch zu nehmen, um die Zahl der Wochenstunden zu vermindern.

1914 bis 1918:

Im ersten Weltkrieg war das gewerbliche Fortbildungsschulwesen einer starken Belastung ausgesetzt.

1922:

Einführung der allgemeinen Verfachlichung.

1939:

Die Steinfeldschule wurde in Kreisberufsschule umbenannt.

1945:

Das Schuljahr 1945/46 wurde am 4. November 1945 eröffnet. Die Unterrichtsräume in der Steinfeldschule waren in den letzten Apriltagen 1945 durch Brandstiftung zerstört worden, sodass der Unterricht in den ohnehin beengten Räumlichkeiten der Hauptschule in der Fabriksgasse und weiteren fünf verschiedenen Orten aufgenommen werden musste. Die Zustände waren chaotisch, weil in der Zeit des Nationalsozialismus ein Großteil der Lehrlinge trotz längerer Lehrzeit kaum die Schule besucht hatte. Da auch fortgesetzt Lehrlinge aus der Gefangenschaft zurückkehrten, konnte die Schule lange Zeit nicht zur Ruhe kommen. Lehrwerkstätten gab es noch nicht, ebenso standen keine Lernbehelfe und Zeugnisse zur Verfügung. Der Fortbildungsschulrat führte die Kurzstunde (45 Minuten) ein und als Lehrmittelbeitrag wurde von den Lehrlingen S 3.- eingehoben.

1948:

Gemeinderat Direktor Schulrat Leopold Schruf forderte die Schaffung von Lehrwerkstätten. (Bürgermeister Graf stellte die von den USIA überlassenen Baracken in der Sandgasse in Aussicht, dieser Plan wurde aber nie realisiert).

1950 bis 1954:

Wiederaufbau der Steinfeldschule.

1953:

Aufnahme des Unterrichtsbetriebes in den eigenen Lehrwerkstätten im Keller der Steinfeldschule. In den folgenden Jahren machte die Berufsschule durch Ausstellungen – organisiert von Ing. Hugo Rathpoller – immer wieder auf ihre Leistungen aufmerksam.

1953 bis 1954:

Der Schulsprengel der Berufsschule Neunkirchen wurde neu festgelegt. Er umfasste alle Gewerbe im Bezirk Neunkirchen und die Former und Gießer des Bezirkes Wr. Neustadt. In 40 Klassen wurden insgesamt 1045 Schüler von 30 Lehrern unterrichtet. Von den 1045 Lehrlingen erreichten 848 das geforderte Lehrziel. Doch immer noch war die Schule auf mehrere Schulorte aufgeteilt, so blieben etwa die Maurer in den Räumen der „Gmeindlmühle“ untergebracht.

1954 bis 1955:

Am 3. Oktober 1954 wurde das Berufsschulgebäude „Steinfeldschule“ durch Landeshauptmann-stellvertreter Popp im Beisein von vielen Ehrengästen eröffnet. Anlässlich der Ausstellung und der Feier zum 80jährigen Bestand der Gewerblichen Berufsschule in Neunkirchen wurde der Direktion und dem gesamten Lehrkörper Dank und Anerkennung durch die vorgesetzte Dienstbehörde ausgesprochen.

1956 bis 1957:

Bei den 4. österreichischen Berufsschulschimeisterschaften vom 1. – 3. März 1957 in Bad Goisern konnten Schüler aus der Berufsschule Neunkirchen im Spezialsprunglauf und im Abfahrtslauf gute Ergebnisse erzielen.

1959 bis 1960:

Die Schulbücherei erfreute sich großer Beliebtheit, 964 Bücher waren entlehnt worden.

1969:

Mit Beginn des Schuljahres 1969/70 wurde die Gebietsberufsschule, in der Bäcker, Fleischhauer, Friseure, Maler, Schlosser, Schneider, Tischler usw. unterrichtet wurden, in die „Landesberufsschule für metallverarbeitende Gewerbe der Industrie“ umgewandelt. Gleichzeitig wurden das Schülerheim und die Lehrwerkstätte in der Triester Straße neu errichtet. Das bedeutete vorerst aber auch, dass die Schüler mehrmals täglich den Weg vom Schülerheim zur Steinfeldschule in der Rohrbacherstraße zu Fuß zurückzulegen hatten. Darüber hinaus mussten aus Platzmangel einige Klassen in den Lehr- und Aufenthaltsräumen des Schülerheimes unterrichtet werden.

1983 bis 1984:

Durch die Errichtung eines neuen Schulgebäudes – Direktionsbereich, 15 Klassen, Nebenräume sowie ein Turnsaal – in unmittelbarer Nähe von Schülerheim und Werkstätte in der Triester Straße, konnten diese Mängel behoben werden. Um den Unterricht nach dem letzten Stand der Technologie gestalten zu können, wurden in der Folge im Keller und im Werkstättengebäude entsprechende Laborräume behelfsmäßig eingerichtet. Mit 15. Juni 1984 erfolgte im Beisein von Bürgermeister Felix Rigler, Landeshauptmannstellvertreter Leopold Grünzweig sowie vieler Ehrengäste die feierliche Eröffnung des neuen Schulgebäudes durch Landeshauptmann Siegfried Ludwig. Anlässlich der Eröffnung der Schule übergaben die Schüler einen selbst gefertigten Kinderspielplatz den jüngsten Bürgern der Gemeinde Neunkirchen.

1996:

Die Landesberufsschule erhielt durch das Land NÖ ein eigenes Laborgebäude mit 14 Laborräumen und dazugehörigen Einrichtungen im Bereich Automatisierungstechnik (pneumatische, hydraulische und elektrische Steuer- und Regelsysteme), Einrichtungen im CNC-, CAD- und CAM-Bereich sowie Ausstattungen im Bereich „Kunststoff“. Die gesamten Investitionen beliefen sich auf fast 30 Millionen Schilling (€ 2,2 Millionen).

1997:

Um die neu geschaffenen Labor- sowie Werkstätteneinrichtungen voll auszunützen, wurde das „Technologiezentrum für Metalltechnik – Gemeinnütziger Verein für Aus- und Weiterbildung“ gegründet. Dadurch können ehemalige Schüler, Facharbeiter sowie Mitarbeiter von Firmen in Fortbildungskursen usw. durch Lehrkräfte der Landesberufsschule geschult werden.

1998:

Durch eine Spende der Wirtschaftskammer NÖ, Sektion Industrie, wurde die Ausstattung der Lehrwerkstätte mit einer 7,6 Tonnen schwere Tafelschere sowie von je sechs modernsten MIG/MAG- und WIG-Schutzgasschweißanlagen mit Vorführstand im Gesamtwert von 1,6 Millionen Schilling (€ 120 000.-) auf den neuesten Stand der Technik gebracht.

2000:

Ab Jänner bestand die Möglichkeit in den Räumen der Landesberufsschule in Seminaren die Voraussetzungen zur Ablegung der Berufsreifeprüfung zu erhalten.

2001:

Das Land Niederösterreich finanzierte eine neue CAD/CAM-Ausstattung – 22 PC, 2 A2-Drucker sowie 2 „Beamer“ im Gesamtwertwert von fast 1,5 Millionen Schilling (€ 110 000.-). Außerdem wurden vom Land Niederösterreich und von der Wirtschaftskammer, Sektion Industrie, eine Schneid- und Schweißanlage „CNC-Laserschneidmaschine TLC 1005“ sowie eine „CNC-Abkantpresse TrumaBend V85“ von der Firma Trumpf aus Pasching, OÖ, im Gesamtwert von mehr als 13 Millionen Schilling (€ 950 000.-) zur Verfügung gestellt.

2004:

Auf Grund vermehrt auftretender Baumängel am bestehenden Werkstättengebäude wurde am 19. April 2004 mit dem Neubau begonnen. Gebaut wurde auf dem ehemaligen Hartplatz, der angrenzenden Grünfläche der Sportanlage sowie einem Teil des Parkplatzes. Auf einer Nutzfläche von 3183 m² (alte Werkstätte 1107 m²) wurden 21 Werkstätten – Handwerkstätte für Grundausbildung, Wärmebehandlung, Modellbau, Formerei und Gießerei, Stahlbau, Dreherei-Grundausbildung, Dreherei-Fachausbildung, Fräserei-Grundausbildung, Fräserei-Fachausbildung, Schleiferei, Formenbau, Erodieren und Polieren, Metalldesign (Graveur, Gürtler, Metalldrücker), Gasschmelzschweißen, Elektroschweißen, Schutzgasschweißen, Kunststoffschweißen, Schweißroboter, CNC-Drehen, CNC-Fräsen und CNC-Laser (Schneiden, Schweißen und Abkantbiegen), eine Werkzeugausgabe, ein Besprechungszimmer und ein Lehrerzimmer sowie verschiedene Nebenräume errichtet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf mehr als 10,3 Mill. Euro (ATS 142 Mill.), inkludiert sind darin auch Neuanschaffungen von Einrichtungen, Geräten und Maschinen.

Unter kräftiger finanzieller Mithilfe (€ 600 000.-) von der Wirtschaftskammer NÖ, Sparte Industrie, wurden zwei CNC-Drehmaschinen (Emcoturn 345 II), zwei CNC-Fräsmaschinen (Deckel-Maho DMU 50), ein Werkzeugeinstellgerät (Zoller Venturion 400) sowie eine Messmaschine (Wenzel Smart CMM) angekauft.

Außerdem überließ die WKO Sparte Industrie der Landesberufsschule einen Schweißroboter „igm“ mit 6 Ausbildungsplätzen (6 PC, 12 Monitore) im Werte von € 80 000.-

2005:

Am 5. September 2005 wurde im neuen Werkstättengebäude das erste Mal unterrichtet.

2006:

Die Eröffnung durch Landeshauptmann-Stellvertreter Ernest Gabmann erfolgte am 20. Jänner 2006. An Stelle des alten Werkstättengebäudes befindet sich ein Parkplatz, an der Südseite des Schülerheimes wurde ein zusätzliches Stiegenhaus errichtet.

2006 bis 2008:

Technische Innovation – Modernisierung von Pneumatik-, Hydraulik-, Elektro-, Werkstoffprüf- (Kleinlasthärteprüfgerät und Härteprüfmaschine) und CAD-Labor, Neuanschaffung von Drahterosions- und Senkerosionsmaschine, Prototyping 3D, Portal-Plasmaschneidmaschine mit Absaugung, hydraulische Schwenkbiegemaschine und CNC-Graviermaschine. Gesamtkosten: € 1,18 Millionen, je zur Hälfte bereitgestellt vom Land Niederösterreich und der Wirtschaftskammer NÖ, Sparte Industrie.

2007 bis 2008:

Neugestaltung des Wirtschaftstraktes (Sanierung und Umbau der Küche, Eingang zum Schülerheim, vorbereitende Arbeiten für zukünftige Generalsanierung des Schülerheimes) Gesamtkosten: € 2,2 Millionen. Eröffnung am 17. September 2008

2015 bis 2016:

Im Zuge einer Generalsanierung des Schülerwohnhauses wurde der gesamte Innenbereich erneuert. Die Zimmer wurden auf Basis von 4er Belegungen (vorher 6er Belegungen) samt Sanitärräumen umgebaut und neu eingerichtet. Durch den Einbau einer Liftanlage über alle Stockwerke wurde ein barrierefreier Zugang ermöglicht. Die Freizeiträumlichkeiten sowie die Lern- und Nebenräume wurden neu adaptiert. Während des Umbaues wurden jeweils 100 Schüler in Wohncontainern am Parkplatz des Schülerwohnhauses untergebracht. Der Spatenstich für das 8,5 Millionen Euro teure Bauvorhaben erfolgte im Juni 2014. Die offizielle Eröffnung fand im Herbst 2016 statt.

2018 bis 2019:

Eine 5-Jahres-Planung für die Modernisierung der Landesberufsschule Neunkirchen wurde eingeführt. Die WKO-MTI gab eine Unterstützungserklärung ab, 30% der Großinvestition in den Maschinenpark im Rahmen der 5-Jahres-Planung zu übernehmen.

2019 bis 2020:

Weitere technologische Modernisierungsmaßnahmen werden eingeführt:

  • Anschaffung eines 3D-Metalldruckers des Herstellers SLM. Beschaffungskosten: 300 000,- Euro. Die Finanzierung erfolgt durch Qualifikationsmaßnahmen (Sonderbudget) des Landes Niederösterreich.
  • Anschaffung von Logistikanlagen des Herstellers SMC. Beschaffungskosten: 140 000,- Euro. Die Finanzierung erfolgt durch die WKO und das Land Niederösterreich. Ein Modul wird als permanente Leihgabe durch die Firma SMC zur Verfügung gestellt.
2020 bis 2024:

Der Lehrberuf „Fertigungsmesstechnik“ wird neu eingeführt. Im Zuge dessen finden zahlreiche Arbeitstreffen mit Vertretern der Industrie statt. Die beiden Messräume im Labortrakt werden saniert, neu eingerichtet und mit neuer Handmesstechnik, einem portablen Messarm mit Laserscanner, einem Streifenlichtscanner sowie zwei Mikroskopen ausgestattet. Hexagon Manufacturing Intelligence GmbH stellt der Schule ein taktiles Koordinatenmesssystem und Optoteam Präzisionsinstrumente ein Multisensor-Koordinatensystem als Leihgabe zur Verfügung.